BAUJAHR: 1890/1902/1922/1934

ANGESTELLTE: -

LIQUIDATION: 1990
ARCHITEKT: 1913er Bau: K.Thierfelder
DENKMALSCHUTZ: Ja

 

 

Durch das Erzgebirge zieht sich ein regelrechter Gürtel der Strumpfindustrie, Gemeinde an Gemeinde, Strumpffabrik an Strumpffabrik. Es gibt unzählige kleine Fabriken, es gibt aber auch die großen Globalplayer, zu diesen gehörte unbestritten die Strumpffabrik Wieland in Auerbach.

1862 wird hier August Robert Wieland als einziger Sohn einer Strumpfwirkerfamilie geboren. Er beginnt in der heimischen Wirkerwerkstatt, für diese er im Jahr 1880 die erste Paget-Maschine zur Strumpfherstellung kauft. Nach dem Dienst bei der Armee gründet Wieland 1891 mit 3 weiteren Teilhabern in Auerbach/E. eine erste Strumpffabrik, nur 6 Jahre später wird er der alleinige Inhaber des jungen Unternehmens. So hatte er schon früh ein besonderes Gespür für Geschäfte und neue technische Entwicklungen. 1914 erfindet sein Schwiegersohn Paul Thierfelder den Strumpf aus einen Stück, diese und andere Innovationen bringt er in das Unternehmen ein und verhilft so der Strumpffabrik Wieland zu einem steigenden Wachstum. Das Unternehmen findet immer besser Fuß in fremden Ländern und kann so seinen Strumpfexport stark ausweiten. Um die eigene Ware aus Auerbach noch besser vermarkten zu können, entwickelt man 1927 das Markenzeichen „ARWA“ (August Robert Wieland Auerbach). Der starke Export, aber auch das besondere Know-How lässt die Fabrik innerhalb von wenigen Jahren zu einen der Größten in Deutschland wachsen. Das Werk wird immer weiter ausgebaut. Am gegenüberliegenden Hang ensteht eine Arbeitersiedlung, direkt unter dem Familiengut der Wielands, zudem eine Betriebsfeuerwehr und ein neues Verwaltungsgebäude. 1940 verstirbt der Firmengründer Arthur Robert Wieland und wird im der Familiengruft in Auerbach beigesetzt.

Während es 2. Weltkrieges werden im Werk auch Rüstungsteile für Flugzeuge produziert, doch mit dem Ende des Krieges geht auch die Familientradition der Wielands im Erzgebirge zu Ende. 1946 wird das Werk in Auerbach enteignet und die Familie flieht nach Westdeutschland, dort gründert Hans Thierfelder, Enkel des Firmengründers, eine neue Strumpffabrik in Backnang, wieder unter dem Namen ARWA und führt hier die alte Tradition weiter.

Das Auerbacher Werk muss darauf mehrfach Reparationen leisten, ehe es zum Geburtsort der „ESDA“ (Erzgebirgische SpezialDamenstrümpfe Auerbach) wird, dem später größten Strumpfhersteller der DDR. In Volkseigentum umgewandelt firmiert das Werk ab 1949 als "VEB ESDA Spezial-Damenstrumpfwerke Auerbach/E.". Mit Umwandlung zum Kombinat ESDA wird der Sitz der Kombinatesleitung in das nahe Thalheim verlegt. Das Werk in Auerbach bleibt aber, neben den ehemaligen ROGO/Tauscher-Werken in Oberlungwitz, der größte Betrieb im Kombinat.

Nach den Schicksalsjahren 1990 wird die Produktion langsam herunter gefahren, ehe das Nachfolgeunternehmen ESDA GmbH die Produktion am Standort ganz einstellt. Seither stehen die Gebäude leer und man verkauft die letzten Rester an Strümpfe, inzwischen in Asien hergestellt, in einem kleinen Shop im ehemaligen Kulturhaus am Werkstor.

 

Quelle: "ARWA - Aufstieg und Fall eines Strumpfimperiums; Drechsel,F.; 2014


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