BAUJAHR: 1819

ANGESTELLTE: 1100

LIQUIDATION: 1990
DENKMALSCHUTZ: Ja

 

Die Spinnereigeschichte der Familie Bodemer begann eigentlich mit der Strumpfwirkerei. 1802 errichtet man in Zschopau im Erzgebirge eine Bleicherei direkt am Fluss Zschopau. 1818 stellt Johann J. Bodemer dort die ersten Webstühle auf und baut ein Jahr später eine Spinnerei an. Zehn Jahre darauf teilt er sein Unternehmen unter seinen Söhnen auf, wobei sein dritter Sohn Georg Bodemer die Spinnerei in Zschopau erhält. Jener ist es, der den Betrieb erweitert und sich auf die Baumwollspinnerei spezialisiert. 1872 übernimmt sein Sohn Johann die wachsende Spinnerei, durch den Einbau von zwei Dampfmaschinen macht er den Betrieb unabhängig vom Fluss, zudem lässt er kurz vor der Jahrhundertwende ein neues größeres Spinnereigebäude an die vorhandenen Gebäude anbauen. 1913 wird das gesamte Bodemer-Unternehmen dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Bis nach den 2. Weltkrieg bleibt die Familien Bodemer in dieser Gesellschaft der größter Aktionär.
Die Familie wird 1952 ersatzlos enteignet und die Baumwollspinnerei als Unternehmen in Volkseigentum umgewandelt, es entsteht so der „VEB Baumwollspinnerei 'Zschopautal' Zschopau“, zugehörig zum Hauptbetrieb in Flöha. Bis 1990 arbeiten hier 1100 Angestellt, davon größtenteils Frauen, und versorgen die textilverarbeitende Industrie mit bestem Baumwollgarn.

Nach der Wiedervereinigung wird der Betrieb abgewickelt und die Spindeln bleiben für immer stehen. Bis Ende der 1990 Jahre war im Gebäude noch ein Möbelmarkt untergebracht, aber auch dieser hatte kein Erfolg mehr, seither verfallen die Gebäude direkt am Fluss und schauen in eine ungewisse Zukunft.

 

Quelle: Denkmalkartei Land Sachsen. (Landesamt für Denkmalpflege, Dresden)


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