Mit den 1950er Jahren beginnt in der noch recht jungen Deutschen Demokratischen Republik der schrittweise Ausbau einer sozialistischen Lebenskultur im Osten von Deutschland. Neben der flächendeckenden Integrierung einer neuen Ideologie in Gesellschaft des Landes, läuft parallel auch die Erweiterung von der kompletten Baukultur in Stadt und Land. Es ist das neue sozialistische Bauen, herausgelöst von den Denkweisen früherer Zeiten, stark konzentriert auf das Gesellschaftsbild des Arbeiter- und Bauernstaates. Einher mit diesem sozialistischen Aufbauprogramm geht das von der SED ausgerufene Programm des "DDR-Musterdorf". Während in den Großstädten die volkseigenen Betriebe durch neue Kulturhäuser und Gemeinschaftseinrichtungen das Kulturbewusstsein in dem Land neu definieren, soll auch dieser Kulturgedanke, immer unter einem ideologischen Hintergrund, auch in die Dörfer der Bauerngesellschaft getragen werden. So entsteht unter diesem Rahmenprogramm im Jahr 1954 dieses Kulturhaus als Kulturzentrum einer benachbarten Landwirtschaftlichen Produktionsgesellschaft und dem kompletten umliegenden Dorf in Sachsen. Bis zum Jahr 1996 ist der eindrucksvolle Saal des Kulturhauses noch in Betrieb. Unzählige Betriebsfeiern, Ausstellungen und Veranstaltungen wurden hier gefeiert. Die Besucher tanzten auf dem edlen Parkett, die Band spielte auf der Bühne und nebenan gab es immer ein frisches Blondes. Doch mit dem Wegfall der staatlichen Subventionen durch das Ende der DDR, will niemand mehr diesen Kulturtempel finanzieren, so wird der letzte Tanz auf dem Parkett geschwungen und die Musik verstummt für immer.

Betritt man heute die großen zweiflügligen Türen in den alten Kultursaal, so ist es eine Reise in eine andere Zeit. Die Farbe blättert, der Boden wellt sich, doch überall findet man noch unzählige Relikte einer vergessenen und verdrängten Zeit. Alte Propagandabanner erzählen von der "1.Mai-Feier der Arbeiterschaft", dem Geburtstag der DDR und dem Atomschutzmaßnahmen in der Landarbeit. 26 Jahre ist die DDR nun schon in den Geschichtsbüchern verschwunden, ihre Aura ist in diesen Räumen immer noch gegenwärtig. Doch es ist eine Zeitkapsel ohne Ewigkeit, die Gemeinde plant bereits den Abriss des alten Kulturhauses, der alte kulturelle Mittelpunkt des Ortes soll verschwinden, es wäre nicht nur ein Verlust um die historische Bausubstanz aus der Mitte der 1950er Jahre, sondern auch die Magie des Ortes, dem Platz einer Idee, vom kulturell interessierten Menschen. Wir nehmen euch mit auf diese kleine Zeitreise in das alte Kulturhaus, einsteigen und stauen!

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