BAUJAHR: 1900
ANGESTELLTE: -
LIQUIDATION: 1990

DENKMALSCHUTZ: Unbekannt

 

Es ist schon so eine Art inoffizielles Wahrzeichen der Stadt Weißenfels. Direkt dem Hauptbahnhof gegenüber gelegen, demonstriert der prächtige Bau jedem Reisenden die imposante Schönheit der Industriearchitektur, aber auch den schnellen und unaufhaltsamen Verfall einer vergangenen Ära.

Etwa um 1900 wird der markante Klinkerbau am Güterbahnhof errichtet, er beherbert allerdings nie nur ein Unternehmer, er ist mehr eine Immobilie für die verschiedenste Betriebe und Gewerke. Willy Otto, welcher Inhaber des Gebäudes war, betreibt hier ein Getreidegeschäft. Weitere Mieter nutzen ihre Flächen für unterschiedlichsten Nutzungen.
Anfang der 1950er Jahre übernimmt der DDR-Versorgungskontor das Gebäude und nutzt es als Speicher weiter. Mitte der 1970er Jahre zieht zudem der Versorgungskontor für Industrietextilien in den Komplex. In der Silvesternacht 1981 brennt dabei der Speicher, durch eine Silvesterraktete ausgelöst, komplett aus. Er muss in der Folgezeit abgerissen werden. Mit dem Jahr 1990 zieht der Versorgungskontor aus der Immobilie aus und überlässt sie der Erbgemeinschaft der Familie Otto. Diese verkauft den Komplex 2008 bei einer Auktion. Seither wird der markante Bau immer mehr dem Verfall preisgegeben und ein wunderbares Beispiel der Industriearchitektur der Jahrhundertwende verliert vollkommen an Bedeutung, ohne dabei die Schönheit der Details herzugeben.

 

Quelle: www.mz-web.de


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