Viehhalle im Schlachthof Dresden (Quelle: www.ostrapark.de)
Viehhalle im Schlachthof Dresden (Quelle: www.ostrapark.de)

Das Aufkommen der Industrialisierung und die damit verbundene Zentralisierung von Produktionsstätten, ab Mitte des 18. Jahrhunderts, hat zur Folge, dass sich das Verhältnis der Stadt- zu den Landbewohnern vollkommen wandelt. Unzählige eher agrarisch geprägte Familien zieht es auf der Suche nach Arbeit in die neu entstandenen Industriestädte, welche meist an großen Flüssen und Handelsknotenpunkten empor wachsen. Folglich nehmen die Einwohnerzahlen dieser Städte rasant zu, wodurch die wachsenden Städte sich mit dem neuen Problem der Bevölkerungsversorgung stellen müssen. Der vorher meist durch Kleinunternehmen geprägte Nahrungsmittelsektor kann diesen großen Bedarf nicht mehr nachkommen und es folgt die Etablierung eines neuen Industriesektors. Die durch die Gemeinden und Kommunen gegründeten Großunternehmen sollen nun die Versorgung für eine Stadt oder eine komplette Region abdecken. Gerade Fördergelder der Landes- und Reichsebene ermöglichen einen raschen Ausbau dieses Versorgungssystemes, aber auch viele Industrielle schalten sich in diese Entwicklung mit ein und unterstützen den Prozess, denn ein Arbeiter kann nur gute Waren erzeugen, wenn er nicht Hunger leiden muss. So entstehen gerade um die Jahrhundertwende in jeder großen Kommune städtische Schlachthöfe und Großbäckereien. Einen weiteren Schub bekommt dieser Prozess, als es durch die Eigeninitiative vieler Großbürger und Händler zu der Gründung von Konsumgenossenschaften kommt. Diese neuen Produktionsgesellschaften haben sich als Hauptziel gesetzt, durch eine eigene organisierte Großproduktion und der Einsparung von Zwischenhändlern die Lebensmittelwaren zu bezahlbaren Preisen an die eigenen Mitglieder weiterzugeben. Gerade in den aufgeklärten 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm ihre Zahl rasch zu.

Süßwarenproduktion in Dresden 1951 (Quelle: Deutsche Fotothek)
Süßwarenproduktion in Dresden 1951 (Quelle: Deutsche Fotothek)

Nachdem die Wachstumsrate dieser Industrie durch eine Bevölkerungssättigung in den Städten in den 30er und 40er Jahren stagniert, liegt nach dem Zweiten Weltkrieg in ihr das Hauptaugenmerk des Wiederaufbaues. Viele Fabrikanlagen und Handelswege sind zerstört und die Lebensmittelversorgung, gerade in den Großstädten, erfolgt meist nur noch über den Schwarzmarkt. Bis zur Gründung der DDR 1949 kann das alte Versorgungssystem mühsam wieder aufgebaut werden, auch wenn es bis weit in die 60er Jahre nie die alten Kapazitäten erreicht, so sind gerade die ersten Jahre in der neuen Republik noch geprägt durch Lebensmittelmangel und Essensmarken. Nach der Einführung der Planwirtschaft werden fast alle Großbetriebe, auch im Lebensmittelsektor, in Volkseigentum umgewandelt und durch die beiden DDR-Versorgungsinstitutionen "Konsum" und "HO" verwaltet. Es lässt sich aber nicht verbergen, dass gerade in der DDR-Ära der Industriezweig geprägt ist durch Versorgungsmangel von Lebensmittelgrundstoffen wie Fleisch, Mehl oder Gewürzen, womit häufig ein Mangel an Konsumwaren in den Regalen der Geschäfte einher geht. Nach der Umstellung von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft nach der Deutschen Wiedervereinigung vollzieht sich ein kompletter Strukturwandel. Die meisten Großbetriebe, darunter die vielen städtischen Schlachthöfe sowie unzählige Brauereien und Mühlenwerke, werden "abgewickelt". Die ostdeutschen Produkte sind plötzlich nicht mehr gut genug, dagegen können gerade die kleineren Lebensmittelbetriebe, welche sich auf Spezialitäten eingestellt haben, diese Krisenzeit überstehen Ein Großteil dieser geht daraufhin in den Folgejahren in den Besitz westdeutscher Unternehmen über, aber können sich noch heute am Markt halten. Als Überreste findet man heute über das ganze Land verteilt die meist verfallenen und vernachlässigten Liegenschaften. Gerade auf dem Gebiet der Schlachthöfe und Brauereien ist die Zahl der noch vorhandenen unbeachteten Liegenschaften beachtlich.


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