BAUJAHR: 1914/1970

ANGESTELLTE: 2000

LIQUIDATION: 1995

 

SANIERUNG 2017

 

Der Sonnenstein in Pirna hat historisch eine sehr lange Tradition mit abwechslungsreicher Nutzung und so einigen Schattenseiten. 1811 wird das ansässige Schloss zur Heilanstalt für "Geisteskranke" umgenutzt, zwischen 1855 und 1914 entstehen so auf dem umliegenden Gelände mehrere Erweiterungsbauten mit Laboren und Behandlungsräumen, sowie eine Anstaltskirche. Von 1940 bis 1941 nutzt das NS-Regime die Anstalt als Objekt für des Programm "T4", unter diesem Synonym kommen innerhalb von einem Jahr hier circa 15.000 behinderte Menschen ums Leben.
Nach dem 2. Weltkrieg beginnt auf dem Sonnenstein dann eine neue Ära. Die DDR plant den Aufbau ihrer neuen Luftfahrtindustrie im Dresdner Raum und will dabei das Areal hoch über Pirna mit einbeziehen. 1953 entsteht hier das "Materialamt Pirna", welches kurz darauf zum "VEB Entwicklungsbau Pirna - Werk 802" umgewandelt wird. Ziel dieses neuen Betriebes ist die Entwicklung, Erprobung und Produktion von Flugzeugtriebwerken, welche unter anderen Bestandteil des in der Dresdner Flugzeugwerft gefertigten Typ 152 werden soll. Neben den bestehenden Heilstättengebäude kommt ein neues sechsstöckiges Konstruktionsgebäude, ein Speisehaus, sowie vier Prüfstände und mehrere Werkhallen zum Gesamtareal hinzu. Erste großes Kind des Strömungsmaschinenbau ist das Triebwerk "Pirna 014".
Nach dem scheitern der DDR-Luftfahrtindustrie und dem Rückzug aller Forschungsprojekte durch das ZK der SED, wird das Werk "802" zum "VEB Gasturbinenbau und Energiemaschinenentwicklung Pirna" umfirmiert. Man muss sich den Flugzeugtriebwerken abwenden und befasst sich nun mit der Entwicklung und Produktion von Ströhmungs- und Kraftanlagen. 1970 erfolgt in einer Zentralisierungswelle mit einem weiteren Werk in Dresden der Zusammenschluss zum "VEB Strömungsmaschinenbau Pirna". Zur Produktionspalette gehörten nun hydrodynamische Kraftübertrager, Ströhmugskupplungen und Gasturbinen. Etwa zur selben Zeit folgt der Anschluss an das Kombinat "Kraftwerksanlagenbau".  Mit den Wendejahren folgt die Privatisierung auf dem Sonnenstein, der ehemalige Volkseigene Betrieb wird in eine GmbH umgewandelt. Der zusammenbrechende Ostmarkt und die Krise in der ostdeutschen Maschinenindustrie treffen auch den Strömungsmaschinenbau, nur 5 Jahre hält das neue private Unternehmen, 1995 muss man auf den Sonnenstein bereits die Insolvenz anmelden und eine weitere Ära, geprägt von Ingenieurtechnischen Glanzstücken, geht somit auf Pirnas höchsten Berg zu Ende.



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