BAUJAHR: 1903

ANGESTELLTE: 3300

LIQUIDATION: 2004

 

ABRISS 2016

 

Bereits seit 1877 werden in Zwickau Eisenbahnen repariert. Um das steigende Aufkommen des Zugverkehrs und die damit hohe Zahl von Lokomotiven Einhalt zu bieten, beschließt die Sächsische Staatseisenbahn 1894 den Bau eines neuen Ausbesserungswerkes in Zwickau. Am 22. August 1903 beginnt man mit dem Bau der neuen Eisenbahnwerkstätten. 1908 wird das AW-Zwickau zum Leben erweckt, Hauptaugenmerk ist die Reparatur und Instandhaltung von Personen- und Güterwagen. Um 1920 zählt das Werk 2000 Beschäftigte, die darauf folgende Weltwirtschaftskrise bringt das Werk allerdings fast zur Schließung, doch der Aufschwung in den 1930er Jahren rettet die Belegschaft und die Eisenbahnreparatur in Zwickau. Vorangegangen hat die neugegründete Deutsche Reichsbahn das Ausbesserungswerk als RAW übernommen. Das Werk wird dazu enorm ausgebaut, neue Werkstätten und Sozialbauten kommen hinzu. 1941 folgt der Bau einer 23m-Drehscheibe, um den Lokverkehr im Werk besser koordinieren zu können. Durch den Wegfall von männlichen Arbeitskräften im 2. Weltkrieg müssen schätzungsweise 554 Kriegsgefangene ihre Plätze ersetzen, um die kriegswichtige Reparatur des Hauptversorgungsmittel der Deutschen Wehrmacht, der Eisenbahn, zu gewährleisten. Unter diesen Gesichtspunkt wird das RAW am 13. Mai 1944 von US-Bombern zum ersten Mal bombardiert, am 7. Oktober 1944 folgt der 2. Luftangriff, das Werk muss dabei hohe Verluste einstecken, mehrere Arbeiter kommen ums Leben und gut ein dutzend Gebäude werden schwer zerstört.

Nach dem Schrecken des Weltkrieges folgt erst langsam wieder der Wiederaufbau und die Wiederaufnahme der Arbeit. Dringend benötigte Lokomotiven und Güterwaggons müssen für den Wiederaufbau des Landes repariert werden. Mit Einführung des DDR-Wirtsschaftssystem folgt die Umbenennung zum "VEB RAW '7.Oktober' Zwickau"  im Jahre 1950. 1967 beschließt zudem das Ministerium für Verkehrswesen die Aufnahme der Produktion von 10 & 20 Fuß Container in Zwickau, man ist auf diesem Gebiet Alleinhersteller in DDR. Bereits am 13. Dezember 1968 geht aber dann eine Ära im Reichsbahn-Ausbesserungswerk zu Ende, die letzte Dampflokomotive wird repariert, es sind seit Kriegsende 12.962 Stück gewesen. Mitte der 1970er Jahre beschäftigt das Werk zirka 3.300 Angestellte. 1977 folgt der Bau einer neuen Fahrzeughalle für Drehgestellgüterwaggons, um deren Not in der DDR zu decken.

1992, nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik, folgt die Schließung der Container-Produktion in Zwickau. Im selben Jahr investiert der neue Eigentümer, die Deutsche Bahn, mehrere Millionen in das Werk, um es als künftige Güterwagenreparaturwerkstatt zu erhalten. Doch bereits am 26. Juni 2001 beschließt der Vorstand der DB AG das Werk in Zwickau zu schließen, 2004 rollt damit der letzte Waggon aus dem RAW Zwickau, 100 Jahre nach desen Errichtung. 


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