BAUJAHR: 1889

ANGESTELLTE: -

LIQUIDATION: 1997
DENKMALSCHUTZ: Ja

 

Die Pittler-Werke waren einst eine feste Größe in der Messe-Stadt und gehörten zu den größten Werkzeugmaschinenherstellern in ganz Sachsen.

1889 gründet Julius Wilhelm von Pittler sein eigenes Unternehmen zur Herstellung und Vertrieb von Maschinen unter seinem eigenen Namen. Gerade in der Zeit, wo der Werkzeugbau boomt, bekommt er schnell Wind in die Segel und entschließt sich bereits 1895 zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, um damit mehr Kapital zu gewinnen. Es ist die eigentliche Geburtsstunde der „Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. W. Von Pittler AG“. Parallel zur neuen Firmengründung ensteht in Leipzig-Wahren ein großes Werksgelände als Basis der neuen AG. Vorzeigeprodukt der Leipziger sind Revolverdrehbänke, welche weltweit Absatz finden. Die Geschäfte laufen sehr gut und es folgt ein stetiger Ausbau. So entsteht im Stadtteil Plagwitz eine eigene Gießerei, um dort eigene Gussteile für die Maschinen herzustellen, sowie weitere kleinere Betriebseinheiten. In der Hochzeit der 1920er Jahre, 1928, übernimmt man die Aktienmehrheit an der "Magdeburger Maschinenfabrik AG" und schluckt damit einen der größten Konkurrenten in der Region. Die Pittler Werke sind das Zentrum des Stadtteiles Leipzig-Wahren und so geben sie mehreren tausend Arbeitern eine Lebensversorgung. Von den Weltkriegen profitiert Pittler. Große Rüstungsaufträge ersetzen das Friedensprogramm, doch genau dieser Punkt bringt das Unternehmen auch zu Fall. Wegen Kriegsproduktion wird das Werk 1945 von den Sowjetischen Einheiten demontiert, um dann ein Jahr später komplett enteignet zu werden. Viel war zu diesen Zeitpunkt von der einstigen Größe des Betriebes auch nicht mehr übrig geblieben. 1948 wird das Unternehmen endgültig aus dem Handelsregister gelöscht, worauf die Alt-Eigentümer die „Pittler AG“ in Langen (Hessen) neu gründen.
Das Werk und das Vermögen in Leipzig geht in Volkseigentum über und ist 1948 Basis des „VEB Drehmaschinenwerk Leipzig“. 1959 vergrößert sich der Betrieb durch die Eingliederung des „VEB Centex Leipzig“ und so wird es wieder einer der größten Arbeitgeber der Stadt. An der großen Ruhm aus Vorkriegsjahren kann man aber nie wieder anschließen. Mit der Gründung der Kombinate wird das Drehmaschinenwerk 1969 in das „Werkzeugmaschinenkombinat 7. Oktober Berlin" eingegliedert.
Nach der Wende versucht man das Werk in Leipzig zu sanieren und durch eine Privatisierung zur „Pittler-Tornos Werkzeugmaschinen GmbH“ zu sichern. Doch der Erfolg bleibt aus, die Altlasten sind zu groß für das finanzielle Kapital und so geht das Unternehmen 1997 in den Konkurs. Es ist das endgültige Ende für den Namen Pittler in Leipzig, ein großes Kapitel der sächsischen Werkzeugmaschinentradition wird dadurch geschlossen, 2006 verschwindet auch das Unternehmen in Langen und Pittler ist damit nur noch etwas für die Geschichtsbücher.

 

 

Quelle: " Aktiengesellschaft Leipzig-Wahren : Spezialfabrik für Revolver-Drehbänke, Halbautomaten, autom. Fasson. u. Revolver-Drehbänke", Leipzig, 1909


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