Leipzig - Noch ragt der Mittelbau des Kraftwerkes Thierbach im Südraum von Leipzig majestätisch in den Himmel, doch kommenden Freitag wird auch der letzte bauliche Rest des Braunkohlekraftwerkes in einer Schuttwolke verschwinden. Gegen 13:00 Uhr erfolgt die Sprengung am Kraftwerk und das Kapitel des Energiestandortes wird geschlossen. Dazu wird die nahe Bundesstraße 2 vorübergehend gesperrt werden.
2015 erfolgte bereits die Sprengung des Kesselhauses. Zuvor mussten 2006 und 2002 die vier Kühltürme und der 300m hohe Schlott weichen.

Das Braunkohle Kraftwerk Thierbach war einst das größte Kraftwerk im mitteldeutschen Braunkohlerevier und versorgte 30 Jahre lang den Leipziger Großraum mit Strom und Wärme. 1999 ging das Kraftwerk vom Netz und wurde durch einen Neubau im nahen Lippendorf ersetzt.

(Quelle: rottenplaces.de) - 19.10.2016


Zwickau - Die Fabrikruine des VEB Strickwaren 'Aktivist' gehört zu den letzten textilen Zeugnissen in der alten Industriestadt Zwickau. Für den Abriss des Bauwerkes ist nun die entscheidende Schranke gefallen. So erhielt die Muldenstadt den lange erwarteten Fördermittelbescheid über die Abrisskosten in Höhe von 1,1 mio.€ aus Dresden. Der Eigenanteil der Stadt für den Abriss liegt dabei bei gerade 10% der Abrisskosten.

Die Aktivisten-Ruine hat bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Im Jahr 2002 stellte die 'Mikado-Strickwaren GmbH' die Trikotagefertigung ein, darauf folgten mehrere Brände und Teilabrisse auf dem Areal. Zuletzt war das Areal herrenlos. Doch bevor im Frühjahr 2017 der Abriss der letzten Fertigungsgebäude beginnen soll, wird das Wandmosaik des Künstlers Edgar Klier aus dem Speisesaal des Werkes geborgen. Bis zum Herbst 2017 soll die Textilfabrik im Stadtteil Planitz ganz verschwunden sein.

Mehr zum VEB Strickwaren Aktivist Zwickau.
(Quelle: Radio Zwickau) - 12.10.2016


Thalheim - Geht es nach den Wünschen der Thalheimer Stadtverwaltung, so soll noch in diesem Jahr ein weiteres Stück der erzgebirgischen Wirktradition verschwinden. Der Abriss der alten Strumpffabrik B.Neukirchner KG ist dabei schon fest eingeplant, wenn er auch baulich nicht notwenig ist. Doch nun kann alles nochmal in Frage gestellt werden. Bei einer Gebäudebesichtigung entdeckten Denkmal-schützer im Eingangsbereich drei bisher unbekannte Wandmalereien hinter der Wandfarbe. Jedes Bild hat davon allein eine Größe von 3x4 Metern. Im Komplex zeigen sie alte Gebäudeansichten des Unternehmens und die ausgewachsenen Handelsbeziehungen einer der größten Strumpfhersteller in Deutschland. Seit dieser Entdeckung wird der industriehistorische Schatz nun von Restaurator Torsten Nimoth fachgerecht freigelegt. Welche Auswirkungen dieser Fund nun auf den Abriss des Industriebauwerkes hat, es steht überraschender Weise nur der Zaun des Grundstückes unter Denkmalschutz, ist noch nicht zu sagen. Das Landesamt für Denkmalpflege möchte erstmal den Fund sichten und dokumentieren. Ein teilweiser Erhalt wäre nun denkbar. Es gibt damit noch ein Funken Hoffnung für die Überreste der Thalheimer Strumpftradition.
Die Strumpffabrik Neukirchner wurde  1890 von Bruno Neukirchner erbaut und bereits 1893 folgte der zurückgesetzte Erweiterungsbau in heutiger Gestalt. Nach der Übernahme durch den Sohn baute das Unternehmen ein zweites Werk nahe Zwönitz und behaupt sich über die Krisen hinweg am Markt. Nach der Enteignung geht das Werk 1951 in den VEB Strumpffabriken ESDA über und wird später an das Thalheimer Kombinat angegliedert.
Mehr zur Strumpffabrik B.Neukirchner.
(Quelle: Freie Presse) - 16.08.2016


Erdmannsdorf - Seit nun 25 Jahren tristet die alte Baumwollspinnerei in Erdmannsdorf an der Zschopau ein trauriges Dasein. Der alte Prachtbau der Meister AG verfällt zusehends ohne Hoffnung auf ein neues Leben. Doch nun kommt Bewegung in die Textilfabrik, allerdings ohne guten Ausgang für den Spinnereibau. Die Stadtverwaltung will den Komplex nun abreißen und zu einem Erholungsgebiet direkt am Fluss umwandeln. Etwa 600.000€ sind dafür veranschlagt und sollen aus Fördergeldern der Sächsichen Aufbaubank (SAB) kommen. Den Baggern zum Opfer fallen soll allerdings nicht die gesamte Baumwollspinnerei. So soll ein Teil des "Neubaues" als Industriedenkmal erhalten werden, ebenfalls nicht in der Abrissdiskusion steht die Spinnmühle, der älteste Teil des alten Textilwerkes, sie steht weiterhin unter Denkmalschutz. Durch die derartige Umgestaltung soll Ortsgeschichte und Nachnutzung vereint werden.

Die Spinnerei wurde 1869 von der Arno & Moritz Meister AG erbaut und um 1900 durch einen Neubau erweitert. 1961 folgte die Angliederung in den VEB Baumwollspinnerei Flöha. Die letzte Spinnmaschine verstummte dann 1991 an der Zschopau. Sobald die Fördergelder im Erzgebirge angekommen sind, soll der Abriss beginnen und ein weiteres Stück Industriegeschichte wird damit renaturiert.
mehr zur Baumwollspinnerei Erdmannsdorf.

(Quelle: Freie Presse) - 15.08.2016


Zeitz - 1990 wurde hier der letzte Puppenwagen der Marke Zekiwa hergestellt, 26 Jahre später folgt nun der Abriss des ehemaligen Werk II des VEB Zekiwa Kinderwagenwerke Zeitz. Die Stadt hat das große Fabrikareal für 7.000 € ersteigert und geht nun einen Abriss des 1893 erbauten Ziegelbauwerkes konsequent an. Die Gelder dafür kommen weitesgehend aus einem Topf für Hochwasserschäden. Geht es dabei nach den Wünschen der Stadtverwaltung, so sollen in diesem Jahr noch die Bagger anrollen und später auf dem geschaffenen Areal neues Gewerbe entstehen.

Fraglich bleibt, ob dafür tatsächlich das komplette Industriebauwerk weichen muss. Der VEB Zekiwa, hervorgegangen aus der Kindenwagenfabrik Neather, war einst der größte Produzent für Kinder- und Puppenwägen in ganz Europa. Nach der Verstaatlichung folgt eine ausgedehnte Produktion für den Export. In DDR-Läden werden Zekiwa-Kinderwagen zu einer Rarität. Mit der politischen Wende zieht sich das Unternehmen ganz aus Zeitz zurück und wird 1996 endgültig liquidiert. Weite Teile der Fabrikanlagen wurden aber bereits schon früher aufgegeben und sind über die Jahre verschwunden. In einer Stadt voller Ruinen verschwindet nun wohl eine der imposantesten Bauwerke. Stadtgeschichte wird durch grüne Wiesen ersetzt.

Mehr zu ZEKIWA Zeitz.
(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung) - 13.08.2016


Mittweida - Hoch über die Stadt erschreckt sich noch der Treppenturm des Konsum-Zentrallagers in Mittweida, doch dieses Bild wird bald verschwunden sein. Das von der Stadt zwangsersteigerte Grundstück soll nun von Altlasten befreit werden und für den Neubau einer Eigenheimsiedlung vorbereitet werden.
Das Areal, welches die Konsum-Genossenschaft Mitte der 1950 Jahre erbauen ließ, wurde bis 1993 als Großlager von Waren für die Konsum-Kette genutzt. Zuletzt befand sich ein Baumarkt auf dem Areal, bevor es ganz dem Verfall preisgegeben wurde. Mit dem Abriss verschwindet nun nicht nur ein Stück der Stadtgeschichte, auch der markante Treppenturm im Stile der 50er Jahre ist nicht zu retten. 

(Quelle: Freie Presse) - 05.08.2016


Chemnitz - Es gibt wohl kaum eine andere Stadt in Ostdeutschland, die das Industriezeitalter so geprägt hat, wie Chemnitz im Herzen von Sachsen. Bereits 1798 wird die Stadt am Fluss Chemnitz die Keimzelle der regionalen Industrialisierung und entwickelt sich über 200 Jahre hinweg zum "Sächsischen Manchester". In der Hochkonjunktur dieser Phase bestimmten hunderte Fabriken und die dunkel rauchenden Schlotte das Stadtbild von Chemnitz, dem Zentrum des deutschen Maschinenbaues, der sächsischen Textilindustrie und Wiege vieler Weltunternehmen. Doch mit dem Ende der DDR 1990 brechen in der alten Industriestadt die meisten Traditionen komplett weg, nur ein Bruchteil der Unternehmen kann sich behaupten und in der Folgezeit verschwinden einige sehr bedeutsame Fabrikgebäude aus dem Stadtbild.

26 Jahre nach diesem Einschnitt in die Stadtgeschichte hat die Stadt Chemnitz nun offiziell ihre "Route der Industriekultur" eröffnet. Auf dieser Erlebnisroute kann der neugierige Besucher nun 17 auserwählte Industriebauwerke der Stadt via Fahrrad oder Segway entdecken. Darunter sind nicht nur Fabrikgebäude sondern auch Fabrikantenvillen und Versorgungsbauwerke, wie das Umspannwerk aus den 1920er Jahren. Jedes Gebäude ist mit einer Infotafel ausgestattet und einem QR-Code, über diesem lassen sich weitere Informationen und ein Audio-Guide über das Smartphone entdecken. Für die lauffreudigen Wissensjäger gibt es eine kleinere Fußtour mit 8 Bauwerken. Nun fehlt es nur noch an dem entsprechenden touristischen Zuspruch.

weitere Informationen: www.chemnitz-tourismus.de

(Quelle: www.erzgebirge.de) - 02.06.2016