BAUJAHR: ca. 1850

ANGESTELLTE: -

LIQUIDATION: 1990
DENKMALSCHUTZ: Ja

 

Die Sachsenburg-Werke stehen beispielhaft dafür, wie nutzungsreich man die Energie der Gebirgsflüsse am Fuße des Erzgebirges einst nutzte. 1850 errichtet man  an der Flöha eine erste kleine Mühle. Um diese Wasserenergie nur nicht zum Mahlen von Korn zu nutzen, wird 1867 die Mühle durch eine eingelagerte Spinnerei erweitert. 1909 erneuert man die Energiegewinnungstechnik durch neuartige Wasserturbinen, welche die alten Mühlräder ersetzen. Durch Brandstiftung verursacht, brennt die alte Spinnerei 1923 bis auf die Grundmauern nieder. Es folgt der Wiederaufbau und ein kurzer Aufschwung der neuen Spinnerei "Sachsenburg-Werke". Die neuen Anlagen werden zu einem Musterprojekt im sächsischen Fabrikbau, so entsteht neben dem neuen Spinnereibau komplett neue Sozialanlagen mit Sportplatz und betriebseigenen Schwimmbad, eine Seltenheit in der Industrielandschaft von Mittelsachsen. Doch die Weltwirtschaftskrise 1929 trifft Werk schwer, so muss 1930 die Spinnerei den Konkurs anmelden.

Nachdem das Gelände eine kurze Zeit leer steht, wandeln die Nationalsozialisten es in ein erstes Konzentrationslager um und bringen hier Häftlinge verschiedenster Arten unter. Weitere kleine Betriebe nutzen die Fabrikanlagen zudem als Lager, so werden während des 2. Weltkrieges Teile der Wanderer-Werke Chemnitz in die Sachsenburg-Werke ausgelagert.

Nach Bombenschäden durch amerikanische Luftangriffe gegen Ende des Krieges wird das Werk enteignet und als neues Volkseigentum in den „VEB Zwirnerei Sachsenburg“ umgewandelt. Bis zum Ende der DDR werden hier feinste Garne für den heimischen Textilmarkt hergestellt. Mit dem Jahr 1990 folgt die Liquidation des volkseigenen Betriebes und die Stilllegung der Produktion, die Spinnmaschinen verstummen darauf für immer. Seither ist das Werk in einer neuen Selbstfindungsphase, einzig das ursprüngliche Wasserwerk, was einst die Energie für die Maschinen erzeugte, wird heute noch aktiv betrieben. Eine Gedenkstätte erinnert an das Konzentrationslager unter den Nationalsozialisten.

 

Quelle: Sächsisches Staatsarchiv Dresden (Onlinedienst)


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