Treppenturm der Strumpffabrik ROGO Oberlungwitz
Treppenturm der Strumpffabrik ROGO Oberlungwitz

Herzstück der Textilindustrie in der Region Zwickau-Limbach/Oberfrohna ist das Textildreieck Werdau-Crimmitschau-Glauchau. Mitte des 18. Jahrhunderts wachsen hier am Ufer von Pleiße und Mulde die ersten Textilfabriken. Nur wenige Jahrzehnte später zählt die Region zu den größten Tuchherstellern in Europa. In unzähligen Fabriken rattern die Webstühle, so entwickelte sich Crimmitschau aufgrund des enormen wirtschaftlichen Aufstieg zur reichsten Stadt im Deutschen Reich. Die Flächengewebe , als auch die Spinnereiindustrie, gerade der Bereich Vigogne, werden zum Herzstück der ansässigen Textilproduktion.

Parallel zu diesem Industriezentrum entwickelt sich von Oberlungwitz über Hohenstein-Ernstthal bis Limbach-Oberfrohna ein zweites Textilzentrum in der Region. Schwerpunkt hier liegt in der Wirkerei,  einst das größte Feinstrumpfzentrum in Europa, der Trikotagenverarbeitung und der Weberei. In wenigen Jahrzehnten wachsen extrem einflussreiche Unternehmerfamilien, sie sind die Textilbarone von Westsachsen, so manche wohl einflussreicher als der sächsische König selbst. Nach der großen Durststrecke während des Zweiten Weltkrieg erwischt, mit der Gründung der DDR, die Enteignungswelle fast alle ansässigen Unternehmen. Der Zusammenschluss zu VEB's folgt, so der VEB Volltuchwerke Crimmitschau, VEB Feinstrumpfwerke Oberlungwitz, VEB Palla Glauchau und der VEB Unterwäschetrikotagen 'Bruno Freitag' Limbach-Oberfrohna, als Größten unter ihnen. Die Produktion während des Sozialismus geht in großen Teilen in den Export, nach Ost und West. Bis an ihre Leistungsgrenze arbeiten die Maschinen, die DDR braucht Devisen und Westsachsen liefert die Erzeugnisse dafür. Mit der Wende 1990 ist die Fertigung an den alten Standorten nicht mehr zu halten und eine große Tradition geht fast komplett verloren. So sind es bis heute nur eine handvoll, welche das große Sterben der Dinosaurier überlebt haben. Die große Mehrzahl ist in Ruinen versunken.