Die Textilindustrie wirkt länderübergreifend auch stark bis in das nördliche Vogtland. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entstehen entlang der Weißen Elster die erste Textilfabriken und bilden die Grundlage für einen der wichtigsten Industriezweige der Region. So ist die Region von Gera bis Greiz ein Hauptzentrum für den Modedruck und die Kammgarnspinnerei. Nach den Verstaatlichungen bildet sich hier mit dem VEB GREIKA das größte Unternehmen im östlichen Thüringen heraus. Die feinen Kammgarne sind zu dieser Zeit besonders im Export gefragte Ware. 1962 fällt damit 57% der Brutto-Industrieproduktion im Kreis Greiz auf die Textilindustrie, eine Lebensader im Industriezeitalter. Bis 1989 sinkt dieser Wert aufgrund des starken Wachstums anderer Industriezweige, wie der Elektroindustrie in der Region. Doch bis zum endgültigen Ende 1990 bleibt die Textilproduktion unübersehbar verwachsen mit den Menschen und der kompletten Region.