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Spinnereiarbeiterin im VEB Baumwollspinnerei Leinefelde (Schröter, Wolfgang G.; Deutsche Fotothek)

Kaum eine Industrie ist wohl so unterschätzt, wie die Textilindustrie. Von vielen wird sie meist nur belächelt, dabei hat sie historisch betrachtet einen enormen Anteil an der Industrialisierung der heutigen Gesellschaft. So gilt sie als Keimzelle der Industrialisierung und bildete die Grundlage für viele weitere Industriezweige. Ihre Bedeutung war dabei bis weit in das 20. Jahrhundert enorm hoch, doch heute hat sie in Deutschland fast vollkommen an Einfluss verloren. Eine Industrie, welche einst noch Hunderttausende beschäftigte, zählt heute noch einige wenig tausend Arbeiter. Die Auswirkungen der Globalisierung zeigt sich hier besonders stark. Mit europäischen Konsumgütern, wie der Bekleidung, lässt sich nur noch schwer Geld verdienen, zudem hat sich das Konsumverhalten in Europa komplett geändert. Folglich ist die Größe dieses Industriezweiges enorm eingeschrumpft. Das heutige Produktionsspektrum in Deutschland beruht größtenteils vollkommen auf Sonderanfertigungen und technische Textilien, nur mit Spezialisierungen lässt sich die Fertigung an den Traditionsstandorten halten.

Aber so sind es heute die baulichen Überreste in Mitteldeutschland, welche uns noch von der großen Blütezeit der ältesten Industrie in Deutschland erzählen, vom Aufstieg und Fall einer Wirtschaftsmacht.